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(Erich Fried geschuldet)

Die da eintreten
für Tierversuche
ohne Quälerei
für Massentierhaltung
ohne Arzneigaben
für billiges Fleisch
ohne Hormonzusätze
für freie Fahrt für freie Bürger
ohne Verkehrstot
für Wohlstand und Freiheit
ohne Asylbewerber
für Dioxin-Emission
für Atomkraftwerke
ohne Sicherheitsrisiko
für Tiefflüge
ohne unnötige Lärmbelastung
für Atombombenbesitz
ohne Anwendungsgefahr
sollen gesegnet sein
ohne Segen
und gelobt
ohne Lob
oder sollen verflucht sein
ohne Fluch

(Brigitte Jährling)

Heute möchte man hinzusetzen: für hohe Rendite ohne Zerstörung gesunder wirtschaftlicher Betriebe und für unregulierte Märkte ohne dass der Steuerzahler die Zeche zahlt.

Was ich an Brigitte Jährlings Gedichten so schätze, ist, dass sie den traurigen politischen Botschaften durch die Form eine Freude über die Ästhetik hinzufügt. Recht haben, ohne Notwendiges politisch durchsetzen zu können, ist immer so frustrierend. Dazu hat Brigitte Jährling auch ein Gedicht geschrieben …

I wander’d lonely as a cloud
That floats on high o’er vales and hills,
When all at once I saw a crowd,
A host, of golden daffodils;

Beside the lake, beneath the trees,
Fluttering and dancing in the breeze.
Continuous as the stars that shine
And twinkle on the Milky Way,
They stretch’d in never-ending line
Along the margin of a bay:

Ten thousand saw I at a glance,
Tossing their heads in sprightly dance.
The waves beside them danced; but they
Out-did the sparkling waves in glee:
A poet could not but be gay,
In such a jocund company:

I gazed — and gazed — but little thought
What wealth the show to me had brought:
For oft, when on my couch I lie
In vacant or in pensive mood,
They flash upon that inward eye
Which is the bliss of solitude;

And then my heart with pleasure fills,
And dances with the daffodils.

(William Wordsworth, 1804)

Der Inbegriff der zivilisationsgeprägten Naturliebe, die wir der Romantik verdanken. Immer wieder, wenn man Natur in dieser uns beigebrachten Weise dankbar in sich aufnimmt, kann man Verse daraus für sich zitieren.

Les sanglots longs
Des violons
De l’automne
Blessent mon coeur
D’une langueur
Monotone.

Tout suffocant
Et blême, quand
Sonne l’heure,
Je me souviens
Des jours anciens
Et je pleure.

Et je m’en vais
Au vent mauvais
Qui m’emporte

Deçà, delà,
Pareil à la
Feuille morte.

(Paul Verlaine)

Klang und Stimmung. Das Wortgespinst in seiner Ganzheit von From und Gehalt ging nie in mich ein. Dass ich das Gedicht auswendig konnte, ist lange her – wenn ich es überhaupt einmal auswendig konnte. Aber es hat mich mehr berührt als andere Gedichte, die ich besser verstanden habe.