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	<title>Gedichtauswahl begründet</title>
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		<title>Gedichtauswahl begründet</title>
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		<title>Weihnachten &#8211; motivgleiche Gedichte</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 21:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Storm]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Eichendorff]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[motivgleich]]></category>
		<category><![CDATA[Motiv]]></category>
		<category><![CDATA[Spielzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Gassen]]></category>

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		<description><![CDATA[Weihnachten Markt und Straßen stehn verlassen, Still erleuchtet jedes Haus, Sinnend geh ich durch die Gassen, Alles sieht so festlich aus. An den Fenstern haben Frauen Buntes Spielzeug fromm geschmückt, Tausend Kindlein stehn und schauen, Sind so wunderstill beglückt. Und ich wandre aus den Mauern Bis hinaus ins freie Feld, Hehres Glänzen, heilges Schauern! Wie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=263&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table cellpadding="15">
<tbody>
<tr>
<td><strong>Weihnachten</strong></p>
<p>Markt und Straßen stehn verlassen,<br />
Still erleuchtet jedes Haus,<br />
Sinnend geh ich durch die Gassen,<br />
Alles sieht so festlich aus.</p>
<p>An den Fenstern haben Frauen<br />
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,<br />
Tausend Kindlein stehn und schauen,<br />
Sind so wunderstill beglückt.</p>
<p>Und ich wandre aus den Mauern<br />
Bis hinaus ins freie Feld,<br />
Hehres Glänzen, heilges Schauern!<br />
Wie so weit und still die Welt!</p>
<p>Sterne hoch die Kreise schlingen,<br />
Aus des Schnees Einsamkeit<br />
Steigts wie wunderbares Singen<br />
O du gnadenreiche Zeit!</td>
<td></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Weihnachtabend</p>
<p>Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,<br />
Der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.<br />
Weihnachten war&#8217;s; durch alle Gassen scholl<br />
Der Kinderjubel und des Markts Gebraus.</p>
<p>Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,<br />
Drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:<br />
&#8222;Kauft, lieber Herr!&#8220; Ein magres Händchen hielt<br />
Feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.</p>
<p>Ich schrak empor, und beim Laternenschein<br />
Sah ich ein bleiches Kinderangesicht;<br />
Wes Alters und Geschlechts es mochte sein,<br />
Erkannt ich im Vorübertreiben nicht.</p>
<p>Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,<br />
Noch immer hört ich, mühsam, wie es schien:<br />
&#8222;Kauft, lieber Herr!&#8220; den Ruf ohn Unterlass;<br />
Doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.</p>
<p>Und ich? &#8211; War&#8217;s Ungeschick, war es die Scham,<br />
Am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?<br />
Eh meine Hand zu meiner Börse kam,<br />
Verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.</p>
<p>Doch als ich endlich war mit mir allein,<br />
Erfasste mich die Angst im Herzen so,<br />
Als säß mein eigen Kind auf jenem Stein<br />
Und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.</p>
<p>Zwei Weihnachtsgedichte. Das lyrische Ich geht durch die Gassen der Stadt. Es geht um Kinder, Spielzeug und die Hoffnungen, die Kinder damit verbinden. Der Sprecher kommt zu sich selbst erst, als er allein ist.</p>
<p>Doch welcher Unterschied!</p>
<p>Einmal der Dank für die gnadenreiche Zeit, das andere Mal das schlechte Gewissen, dass eine Situation nicht genutzt wurde, wie sie genutzt werden sollte.</p>
<p>Ein Gedicht ist von Storm, das andere von Eichendorff.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apaged.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apaged.wordpress.com/263/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apaged.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apaged.wordpress.com/263/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apaged.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apaged.wordpress.com/263/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apaged.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apaged.wordpress.com/263/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apaged.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apaged.wordpress.com/263/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apaged.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apaged.wordpress.com/263/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apaged.wordpress.com/263/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apaged.wordpress.com/263/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=263&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Zebramädchen: Vielleicht</title>
		<link>http://apaged.wordpress.com/2011/11/30/zebramadchen-vielleicht/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 16:31:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[offene Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsoptimismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Zebramädchens Gedicht möchte ich hier verlinken, weil es mir kommentierenswert scheint, ich aber auf keinen Fall ein Copyright verletzen will. Auch andere Gedichte sind Zeitkapseln. Sie konservieren Gefühle, an die man sich ohne das Gedicht so nicht besinnen könnte. Es ist ein besonderes Gefühl, jung zu sein und irgendwie die Welt offen vor sich liegen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=260&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zebramädchens Gedicht möchte ich<a href="http://blog.zebramaedchen.de/koennte-sein"> hier verlinken</a>, weil es mir kommentierenswert scheint, ich aber auf keinen Fall ein Copyright verletzen will.</p>
<p>Auch andere Gedichte sind Zeitkapseln. Sie konservieren Gefühle, an die man sich ohne das Gedicht so nicht besinnen könnte. Es ist ein besonderes Gefühl, jung zu sein und irgendwie die Welt offen vor sich liegen zu haben.</p>
<p>Gedichte aus der<a href="http://www.literaturwelt.com/epochen/nachkrieg.html"> Nachkriegszeit</a> blickten &#8211; zum Teil &#8211; auch in die Zukunft. Neben dem Kahlschlaggefühl (&#8222;Alles kaputt!&#8220;) gab es auch ein Gefühl der Befreiung aus der Unterdrückung durch die Nazis. Auch damals galt &#8211; unausgesprochen &#8211; für viele Hölderlins Aufforderung &#8222;Komm, ins Offene! Freund!&#8220; Aber das, woran man dachte, wenn man die Welt offen vor sich liegen sah, war doch etwas anderes.</p>
<p>So viel als meine erste Reaktion.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apaged.wordpress.com/260/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apaged.wordpress.com/260/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apaged.wordpress.com/260/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apaged.wordpress.com/260/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apaged.wordpress.com/260/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apaged.wordpress.com/260/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apaged.wordpress.com/260/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apaged.wordpress.com/260/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apaged.wordpress.com/260/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apaged.wordpress.com/260/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apaged.wordpress.com/260/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apaged.wordpress.com/260/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apaged.wordpress.com/260/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apaged.wordpress.com/260/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=260&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Geister am Mummelsee</title>
		<link>http://apaged.wordpress.com/2011/10/27/die-geister-am-mummelsee/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 21:42:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Mörike]]></category>
		<category><![CDATA[Mummelsee]]></category>
		<category><![CDATA[Orplid]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom Berge was kommt dort um Mitternacht spät Mit Fackeln so prächtig herunter? Ob das wohl zum Tanze, zum Feste noch geht? Mir klingen die Lieder so munter. O nein! So sage, was mag es wohl sein? Das, was du da siehest, ist Totengeleit, Und was du da hörest, sind Klagen. Dem König, dem Zauberer, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=256&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><span class="Apple-style-span" style="font-weight:normal;">Vom Berge was kommt dort um Mitternacht spät</span></h4>
<p>Mit Fackeln so prächtig herunter?</p>
<p>Ob das wohl zum Tanze, zum Feste noch geht?</p>
<p>Mir klingen die Lieder so munter.</p>
<p>O nein!</p>
<p>So sage, was mag es wohl sein?</p>
<p>Das, was du da siehest, ist Totengeleit,</p>
<p>Und was du da hörest, sind Klagen.</p>
<p>Dem König, dem Zauberer, gilt es zu Leid,</p>
<p>Sie bringen ihn wieder getragen.</p>
<p>O weh!</p>
<p>So sind es die Geister vom See!</p>
<p>Sie schweben herunter ins Mummelseetal –</p>
<p>Sie haben den See schon betreten –</p>
<p>Sie rühren und netzen den Fuß nicht einmal –</p>
<p>Sie schwirren in leisen Gebeten –</p>
<p>O schau,</p>
<p>Am Sarge die glänzende Frau!</p>
<p>Jetzt öffnet der See das grünspiegelnde Tor;</p>
<p>Gib acht, nun tauchen sie nieder!</p>
<p>Es schwankt eine lebende Treppe hervor,</p>
<p>Und – drunten schon summen die Lieder.</p>
<p>Hörst du?</p>
<p>Sie singen ihn unten zur Ruh.</p>
<p>Die Wasser, wie lieblich sie brennen und glühn!</p>
<p>Sie spielen in grünendem Feuer;</p>
<p>Es geisten die Nebel am Ufer dahin,</p>
<p>Zum Meere verzieht sich der Weiher –</p>
<p>Nur still!</p>
<p>Ob dort sich nichts rühren will?</p>
<p>Es zuckt in der Mitten – o Himmel! ach hilf!</p>
<p>Nun kommen sie wieder, sie kommen!</p>
<p>Es orgelt im Rohr und es klirret im Schilf;</p>
<p>Nur hurtig, die Flucht nur genommen!</p>
<p>Davon!</p>
<p>Sie wittern, sie haschen mich schon!</p>
<p>Es klingt nach einer Lokalsage. Den Titel kenne ich verbunden mit dem Namen des Verfassers. Da ordnete ich den Mummelsee dem Blautopf zu und die Geister den der schönen Lau und dem Hutzelmännchen. Alles gut schwäbisch, heimatverbunden. Und nun lerne ich es neu kennen bezogen auf eine Insel östlich von Neuseeland. Dort sei der Mummelsee. So etwas ahnte ich ja schon: <a href="http://fontanefan3.blogspot.com/2011/10/ulmon-von-orplids-tod.html">Orplid</a>.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apaged.wordpress.com/256/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apaged.wordpress.com/256/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apaged.wordpress.com/256/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apaged.wordpress.com/256/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apaged.wordpress.com/256/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apaged.wordpress.com/256/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apaged.wordpress.com/256/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apaged.wordpress.com/256/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apaged.wordpress.com/256/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apaged.wordpress.com/256/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apaged.wordpress.com/256/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apaged.wordpress.com/256/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apaged.wordpress.com/256/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apaged.wordpress.com/256/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=256&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Lenore</title>
		<link>http://apaged.wordpress.com/2011/09/21/lenore/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 14:07:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Ballade]]></category>
		<category><![CDATA[Bürger]]></category>
		<category><![CDATA[Lenore]]></category>

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		<description><![CDATA[Lenore fuhr um&#8217;s Morgenrot Empor aus schweren Träumen: »Bist untreu, Wilhelm, oder tot? Wie lange willst du säumen?« – Er war mit König Friedrichs Macht Gezogen in die Prager Schlacht, Und hatte nicht geschrieben: Ob er gesund geblieben. Der König und die Kaiserin, Des langen Haders müde, Erweichten ihren harten Sinn, Und machten endlich Friede; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=250&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lenore fuhr um&#8217;s Morgenrot</p>
<p>Empor aus schweren Träumen:</p>
<p>»Bist untreu, Wilhelm, oder tot?</p>
<p>Wie lange willst du säumen?« –</p>
<p>Er war mit König Friedrichs Macht</p>
<p>Gezogen in die Prager Schlacht,</p>
<p>Und hatte nicht geschrieben:</p>
<p>Ob er gesund geblieben.</p>
<p>Der König und die Kaiserin,</p>
<p>Des langen Haders müde,</p>
<p>Erweichten ihren harten Sinn,</p>
<p>Und machten endlich Friede;</p>
<p>Und jedes Heer, mit Sing und Sang,</p>
<p>Mit Paukenschlag und Kling und Klang,</p>
<p>Geschmückt mit grünen Reisern,</p>
<p>Zog heim zu seinen Häusern.</p>
<p>Und überall all überall,</p>
<p>Auf Wegen und auf Stegen,</p>
<p>Zog Alt und Jung dem Jubelschall</p>
<p>Der Kommenden entgegen.</p>
<p>Gottlob! rief Kind und Gattin laut,</p>
<p>Willkommen! manche frohe Braut.</p>
<p>Ach! aber für Lenoren</p>
<p>War Gruß und Kuß verloren.</p>
<p>Sie frug den Zug wohl auf und ab,</p>
<p>Und frug nach allen Namen;</p>
<p>Doch keiner war, der Kundschaft gab,</p>
<p>Von allen, so da kamen.</p>
<p>Als nun das Heer vorüber war,</p>
<p>Zerraufte sie ihr Rabenhaar,</p>
<p>Und warf sich hin zur Erde,</p>
<p>Mit wütiger Geberde.</p>
<p>Die Mutter lief wohl hin zu ihr: –</p>
<p>»Ach, daß sich Gott erbarme!</p>
<p>Du trautes Kind, was ist mit dir?« –</p>
<p>Und schloß sie in die Arme. –</p>
<p>»O Mutter, Mutter! hin ist hin!</p>
<p>Nun fahre Welt und alles hin!</p>
<p>Bei Gott ist kein Erbarmen.</p>
<p>O weh, o weh mir Armen!« –</p>
<p>»Hilf Gott, hilf! Sieh uns gnädig an!</p>
<p>Kind, bet&#8217; ein Vaterunser!</p>
<p>Was Gott thut, das ist wohlgethan.</p>
<p>Gott, Gott erbarmt sich Unser!« –</p>
<p>»O Mutter, Mutter! Eitler Wahn!</p>
<p>Gott hat an mir nicht wohlgethan!</p>
<p>Was half, was half mein Beten?</p>
<p>Nun ist&#8217;s nicht mehr vonnöten.« –</p>
<p>»Hilf Gott, hilf! wer den Vater kennt,</p>
<p>Der weiß, er hilft den Kindern.</p>
<p>Das hochgelobte Sakrament</p>
<p>Wird deinen Jammer lindern.« –</p>
<p>»O Mutter, Mutter! was mich brennt,</p>
<p>Das lindert mir kein Sakrament!</p>
<p>Kein Sakrament mag Leben</p>
<p>Den Toten wiedergeben.« –</p>
<p>»Hör, Kind! wie, wenn der falsche Mann,</p>
<p>Im fernen Ungerlande,</p>
<p>Sich seines Glaubens abgethan,</p>
<p>Zum neuen Ehebande?</p>
<p>Laß fahren Kind, sein Herz dahin!</p>
<p>Er hat es nimmermehr Gewinn!</p>
<p>Wann Seel&#8217; und Leib sich trennen,</p>
<p>Wird ihn sein Meineid brennen.« –</p>
<p>»O Mutter, Mutter! Hin ist hin!</p>
<p>Verloren ist verloren!</p>
<p>Der Tod, der Tod ist mein Gewinn!</p>
<p>O wär&#8217; ich nie geboren!</p>
<p>Lisch aus, mein Licht, auf ewig aus!</p>
<p>Stirb hin, stirb hin in Nacht und Graus!</p>
<p>Bei Gott ist kein Erbarmen.</p>
<p>O weh, o weh mir Armen!« –</p>
<p>»Hilf Gott, hilf! Geh nicht ins Gericht</p>
<p>Mit deinem armen Kinde!</p>
<p>Sie weiß nicht, was die Zunge spricht.</p>
<p>Behalt ihr nicht die Sünde!</p>
<p>Ach, Kind, vergiß dein irdisch Leid,</p>
<p>Und denk an Gott und Seligkeit!</p>
<p>So wird doch deiner Seelen</p>
<p>Der Bräutigam nicht fehlen.« –</p>
<p>»O Mutter! Was ist Seligkeit?</p>
<p>O Mutter! Was ist Hölle?</p>
<p>Bei ihm, bei ihm ist Seligkeit,</p>
<p>Und ohne Wilhelm Hölle! –</p>
<p>Lisch aus, mein Licht, auf ewig aus!</p>
<p>Stirb hin, stirb hin in Nacht und Graus!</p>
<p>Ohn&#8217; ihn mag ich auf Erden,</p>
<p>Mag dort nicht selig werden.« – – –</p>
<p>So wütete Verzweifelung</p>
<p>Ihr in Gehirn und Adern.</p>
<p>Sie fuhr mit Gottes Vorsehung</p>
<p>Vermessen fort zu hadern;</p>
<p>Zerschlug den Busen, und zerrang</p>
<p>Die Hand, bis Sonnenuntergang,</p>
<p>Bis auf am Himmelsbogen</p>
<p>Die goldnen Sterne zogen.</p>
<p>Und außen, horch! ging&#8217;s trap trap trap,</p>
<p>Als wie von Rosseshufen;</p>
<p>Und klirrend stieg ein Reiter ab,</p>
<p>An des Geländers Stufen;</p>
<p>Und horch! und horch! den Pfortenring</p>
<p>Ganz lose, leise, klinglingling!</p>
<p>Dann kamen durch die Pforte</p>
<p>Vernehmlich diese Worte:</p>
<p>»Holla, Holla! Thu auf mein Kind!</p>
<p>Schläfst, Liebchen, oder wachst du?</p>
<p>Wie bist noch gegen mich gesinnt?</p>
<p>Und weinest oder lachst du?« –</p>
<p>»Ach, Wilhelm, du? – – So spät bei Nacht? – –</p>
<p>Geweinet hab&#8217; ich und gewacht;</p>
<p>Ach, großes Leid erlitten!</p>
<p>Wo kommst du hergeritten?« –</p>
<p>»Wir satteln nur um Mitternacht.</p>
<p>Weit ritt ich her von Böhmen.</p>
<p>Ich habe spät mich aufgemacht,</p>
<p>Und will dich mit mir nehmen.« –</p>
<p>»Ach, Wilhelm, erst herein geschwind!</p>
<p>Den Hagedorn durchsaust der Wind,</p>
<p>Herein, in meinen Armen,</p>
<p>Herzliebster, zu erwarmen!« –</p>
<p>»Laß sausen durch den Hagedorn,</p>
<p>Laß sausen, Kind, laß sausen!</p>
<p>Der Rappe scharrt; es klirrt der Sporn.</p>
<p>Ich darf allhier nicht hausen.</p>
<p>Komm, schürze, spring&#8217; und schwinge dich</p>
<p>Auf meinen Rappen hinter mich!</p>
<p>Muß heut noch hundert Meilen</p>
<p>Mit dir in&#8217;s Brautbett&#8217; eilen.« –</p>
<p>»Ach! wolltest hundert Meilen noch</p>
<p>Mich heut in&#8217;s Brautbett&#8217; tragen?</p>
<p>Und horch! es brummt die Glocke noch,</p>
<p>Die elf schon angeschlagen.« –</p>
<p>»Sieh hin, sieh her! der Mond scheint hell.</p>
<p>Wir und die Toten reiten schnell.</p>
<p>Ich bringe dich, zur Wette,</p>
<p>Noch heut ins Hochzeitbette.« –</p>
<p>»Sag an, wo ist dein Kämmerlein?</p>
<p>Wo? Wie dein Hochzeitbettchen?« –</p>
<p>»Weit, weit von hier! – – Still, kühl und klein! – –</p>
<p>Sechs Bretter und zwei Brettchen!« –</p>
<p>»Hat&#8217;s Raum für mich?« – »für dich und mich!</p>
<p>Komm, schürze, spring&#8217; und schwinge dich!</p>
<p>Die Hochzeitgäste hoffen;</p>
<p>Die Kammer steht uns offen.« –</p>
<p>Schön Liebchen schürzte, sprang und schwang</p>
<p>Sich auf das Roß behende;</p>
<p>Wohl um den trauten Reiter schlang</p>
<p>Sie ihre Liljenhände;</p>
<p>Und hurre hurre, hop hop hop!</p>
<p>Ging&#8217;s fort in sausendem Galopp,</p>
<p>Daß Roß und Reiter schnoben,</p>
<p>Und Kies und Funken stoben.</p>
<p>Zur rechten und zur linken Hand,</p>
<p>Vorbei vor ihren Blicken,</p>
<p>Wie flogen Anger, Heid&#8217; und Land!</p>
<p>Wie donnerten die Brücken! –</p>
<p>»Graut Liebchen auch? – – Der Mond scheint hell!</p>
<p>Hurra! die Toten reiten schnell!</p>
<p>Graut Liebchen auch vor Toten?« –</p>
<p>»Ach nein! – – Doch laß die Toten!« –</p>
<p>Was klang dort für Gesang und Klang?</p>
<p>Was flatterten die Raben? – –</p>
<p>Horch Glockenklang! horch Totensang:</p>
<p>»Laßt uns den Leib begraben!«</p>
<p>Und näher zog ein Leichenzug,</p>
<p>Der Sarg und Totenbahre trug.</p>
<p>Das Lied war zu vergleichen</p>
<p>Dem Unkenruf in Teichen.</p>
<p>»Nach Mitternacht begrabt den Leib,</p>
<p>Mit Klang und Sang und Klage!</p>
<p>Jetzt führ&#8217; ich heim mein junges Weib.</p>
<p>Mit, mit zum Brautgelage!</p>
<p>Komm, Küster, hier! Komm mit dem Chor,</p>
<p>Und gurgle mir das Brautlied vor!</p>
<p>Komm, Pfaff&#8217;, und sprich den Segen,</p>
<p>Eh wir zu Bett&#8217; uns legen!« –</p>
<p>Still Klang und Sang. – – Die Bahre schwand. – –</p>
<p>Gehorsam seinem Rufen,</p>
<p>Kam&#8217;s, hurre hurre! nachgerannt,</p>
<p>Hart hinter&#8217;s Rappen Hufen.</p>
<p>Und immer weiter, hop hop hop!</p>
<p>Ging&#8217;s fort in sausendem Galopp,</p>
<p>Daß Roß und Reiter schnoben,</p>
<p>Und Kies und Funken stoben.</p>
<p>Wie flogen rechts, wie flogen links,</p>
<p>Gebirge, Bäum&#8217; und Hecken!</p>
<p>Wie flogen links, und rechts, und links</p>
<p>Die Dörfer, Städt&#8217; und Flecken! –</p>
<p>»Graut Liebchen auch? – – Der Mond scheint hell!</p>
<p>Hurra! die Toten reiten schnell!</p>
<p>Graut Liebchen auch vor Toten?« –</p>
<p>»Ach! Laß sie ruhn, die Toten!« –</p>
<p>Sieh da! sieh da! Am Hochgericht</p>
<p>Tanzt&#8217; um des Rades Spindel</p>
<p>Halb sichtbarlich bei Mondenlicht,</p>
<p>Ein lustiges Gesindel. –</p>
<p>»Sasa! Gesindel hier! Komm hier!</p>
<p>Gesindel, komm und folge mir!</p>
<p>Tanz&#8217; uns den Hochzeitreigen,</p>
<p>Wann wir zu Bette steigen!« –</p>
<p>Und das Gesindel husch husch husch!</p>
<p>Kam hinten nachgeprasselt,</p>
<p>Wie Wirbelwind am Haselbusch</p>
<p>Durch dürre Blätter rasselt.</p>
<p>Und weiter, weiter, hop hop hop!</p>
<p>Ging&#8217;s fort in sausendem Galopp,</p>
<p>Daß Roß und Reiter schnoben,</p>
<p>Und Kies und Funken stoben.</p>
<p>Wie flog, was rund der Mond beschien,</p>
<p>Wie flog es in die Ferne!</p>
<p>Wie flogen oben über hin</p>
<p>Der Himmel und die Sterne! –</p>
<p>»Graut Liebchen auch? – – Der Mond scheint hell!</p>
<p>Hurra! die Toten reiten schnell!</p>
<p>Graut Liebchen auch vor Toten?« –</p>
<p>»O weh! Laß ruhn die Toten!« – – –</p>
<p>»Rapp&#8217;! Rapp&#8217;! Mich dünkt der Hahn schon ruft. – –</p>
<p>Bald wird der Sand verrinnen – –</p>
<p>Rapp&#8217;! Rapp&#8217;! Ich wittre Morgenluft – –</p>
<p>Rapp&#8217;! Tummle dich von hinnen! –</p>
<p>Vollbracht, vollbracht ist unser Lauf!</p>
<p>Das Hochzeitbette thut sich auf!</p>
<p>Die Toten reiten schnelle!</p>
<p>Wir sind, wir sind zur Stelle.« – – –</p>
<p>Rasch auf ein eisern Gitterthor</p>
<p>Ging&#8217;s mit verhängtem Zügel.</p>
<p>Mit schwanker Gert&#8217; ein Schlag davor</p>
<p>Zersprengte Schloß und Riegel.</p>
<p>Die Flügel flogen klirrend auf,</p>
<p>Und über Gräber ging der Lauf.</p>
<p>Es blinkten Leichensteine</p>
<p>Rund um im Mondenscheine.</p>
<p>Ha sieh! Ha sieh! im Augenblick,</p>
<p>Huhu! ein gräßlich Wunder!</p>
<p>Des Reiters Koller, Stück für Stück,</p>
<p>Fiel ab, wie mürber Zunder.</p>
<p>Zum Schädel, ohne Zopf und Schopf,</p>
<p>Zum nackten Schädel ward sein Kopf;</p>
<p>Sein Körper zum Gerippe,</p>
<p>Mit Stundenglas und Hippe.</p>
<p>Hoch bäumte sich, wild schnob der Rapp&#8217;,</p>
<p>Und sprühte Feuerfunken;</p>
<p>Und hui! war&#8217;s unter ihr hinab</p>
<p>Verschwunden und versunken.</p>
<p>Geheul! Geheul aus hoher Luft,</p>
<p>Gewinsel kam aus tiefer Gruft.</p>
<p>Lenorens Herz, mit Beben,</p>
<p>Rang zwischen Tod und Leben.</p>
<p>Nun tanzten wohl bei Mondenglanz,</p>
<p>Rund um herum im Kreise,</p>
<p>Die Geister einen Kettentanz,</p>
<p>Und heulten diese Weise:</p>
<p>»Geduld! Geduld! Wenn&#8217;s Herz auch bricht!</p>
<p>Mit Gott im Himmel hadre nicht!</p>
<p>Des Leibes bist du ledig;</p>
<p>Gott sei der Seele gnädig!«</p>
<p style="text-align:left;"><em>                                                   Gottfried August Bürger (1773)</em></p>
<p style="text-align:left;">Eine der frühen deutschen Balladen, ein gekonntes Gedicht, doch ich muss zugeben, es findet hier seinen Platz vor allem deswegen, weil sein Verfasser, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried August Bürger">Gottfried August Bürger</a>, meiner Meinung nach zu Unrecht weitgehend vergessen ist.</p>
<p style="text-align:left;">Schillers Polemik gegen seine Gedichte hat ihm bei den Literaten seiner Zeit geschadet, auch persönlich war er tief getroffen. Bekannt ist von seinen Werken vor allem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Friedrich_Hieronymus_Freiherr_von_M%C3%BCnchhausen#Gottfried_August_B.C3.BCrger">seine Version</a> der<a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/B%C3%BCrger,+Gottfried+August/Erz%C3%A4hlprosa/M%C3%BCnchhausen"> Lügengeschichten</a> des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Friedrich_Hieronymus_Freiherr_von_Münchhausen">Freiherrn von Münchhausen</a>, des so genannten Lügenbarons.</p>
<p style="text-align:left;">Persönlich bleibt mir an dieser Ballade unvergessen, dass ich als Kind die Zeile &#8222;Lenore fuhr ums Morgenrot&#8220; kannte, zusammen mit den lautmalenden Zeilen gegen Schluss, und mir unter Lenore eine geisterhafte Version von Helios mit dem Sonnenwagen vorgestellt habe, die wie dieser über den Himmel ihrerseits ums Morgenrot herum fuhr.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Asylrecht</title>
		<link>http://apaged.wordpress.com/2011/08/04/asylrecht/</link>
		<comments>http://apaged.wordpress.com/2011/08/04/asylrecht/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Aug 2011 08:37:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitimus]]></category>
		<category><![CDATA[Asyl]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtling]]></category>
		<category><![CDATA[Gastrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Heyse]]></category>

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		<description><![CDATA[von Paul Heyse den Antisemiten gewidmet In eine Stadt des alten Hellas kam Einst ein verfemter Mann mit Weib und Kind, Um schwere Blutschuld als ein Götterfeind Verjagt von Haus und Herd. Er siedelte Sich schüchtern an und sorgte Tag und Nacht, Dem Hunger wehrend mit geduld&#8217;gem Fleiß, Und da die Not erfindrisch macht, gedieh [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=246&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Heyse">Paul Heyse</a></strong> den Antisemiten gewidmet</em></p>
<p>In eine Stadt des alten Hellas kam</p>
<p>Einst ein verfemter Mann mit Weib und Kind,</p>
<p>Um schwere Blutschuld als ein Götterfeind</p>
<p>Verjagt von Haus und Herd.</p>
<p>Er siedelte</p>
<p>Sich schüchtern an und sorgte Tag und Nacht,</p>
<p>Dem Hunger wehrend mit geduld&#8217;gem Fleiß,</p>
<p>Und da die Not erfindrisch macht, gedieh</p>
<p>Ihm sein Gewerb.</p>
<p>Das sahn die Mächtigen</p>
<p>Der Stadt voll Neid und Haß und sprachen so:</p>
<p>Liegt nicht die Blutschuld über seinem Haupt</p>
<p>Noch ungesühnt, und der Verfemte doch</p>
<p>Wird hier geduldet? Wenn der Götter Zorn</p>
<p>Auf uns herabfährt, büßen wir für ihn.</p>
<p>Und doch – ein Gastrecht ward ihm eingeräumt;</p>
<p>Wer es verletzt, den straft Zeus Xenios.</p>
<p>So sandten sie nach Delphi Botschaft hin,</p>
<p>Zu forschen aus Orakelmund, wie sie</p>
<p>Mit ihm verfahren sollten. Da erscholl</p>
<p>An des Gesandten Ohr der Pythia Spruch:</p>
<p>Nimm alle Nester junger Vögel aus,</p>
<p>Die droben hangen rings am Tempelsims! –</p>
<p>Und jener, ob erschreckt und zögernd auch,</p>
<p>Gehorcht und tat&#8217;s. Da, wie er noch am Werk,</p>
<p>Erklang aus heitrer Luft ein Donnerschlag,</p>
<p>Und unterirdisch dröhnt&#8217; ein Echo nach.</p>
<p>Tag ward in Nacht verkehrt, als bräch&#8217; herein</p>
<p>Von Erd&#8217; und Himmel her Weltuntergang.</p>
<p>Entsetzt zur heil&#8217;gen Pythia flüchtete</p>
<p>Der Mann und klagte: War&#8217;s nicht <em>dein </em>Gebot,</p>
<p>Was nun der Über-, Unterird&#8217;schen Grimm</p>
<p>Zumal empört? Nun schütze mich! – Alsbald</p>
<p>Kam Antwort ihm aus gottgeweihtem Mund:</p>
<p><em>Dir zum Verderben</em> tat ich meinen Spruch!</p>
<p>Wer fragt, ob er am Gastrecht freveln darf,</p>
<p>Ist gottlos, und gerechter Götterzorn</p>
<p>Fällt auf sein Haupt. –</p>
<p>So sprach ein Heidenmund</p>
<p>Vor zwei Jahrtausenden. Und ihr, die ihr</p>
<p>Euch rühmt der reinern, tiefern Gottesfurcht,</p>
<p>Wie redet ihr?</p>
<p><em>(Nach Herodot)</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wenn Fontane über Afghanistan schreibt und Paul Heyse über das Asylrecht, es klingt mir erstaunlich aktuell. Da macht es nichts, dass Paul Heyse bis auf Herodot zurückgriff. Offenbar ist auch der aktuell.</em></p>
<p><em>Freilich, die Sprache. Hier und heute schreiben wir weder Altgriechisch noch in so feierlich getragenen Rhythmen. Und dann noch Formulierungen wie </em>&#8222;Einst ein verfemter Mann mit Weib und Kind&#8220;.</p>
<p>Heute freilich ist dies Gedicht nicht nur Antisemiten zu widmen.</p>
<p>Oder was gibt uns das Recht, &#8222;<a href="http://www.proasyl.de/">Wirtschaftsflüchtlinge</a>&#8220; <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,778335,00.html">auszusperre</a>n und sie <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-08/aethiopien-dolo-ado-fluechtlingslager">verhungern</a> und <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-07/fluechtlinge-ertrunken-sudan">ertrinken</a> zu lassen? (<a href="http://wiki.zum.de/Flüchtlinge">mehr dazu</a>)</p>
<p>Übrigens war Paul Heyse der erste deutsche Schriftsteller, der für sein belletristisches Werk den Literaturnobelpreis bekam und zu Lebzeiten geradezu wie Goethe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Heyse#Gesamtw.C3.BCrdigung">als Dichterfürst verehrt </a>wurde. Mit Fontane, Storm und Keller war er befreundet. Die letzteren bemitleideten ihn schon damals, dass er Dichter von Beruf war und sich keine &#8222;Auszeit&#8220; in einem bürgerlichen Beruf gönnen konnte, wie Goethe es &#8211; im Unterschied zu Schiller &#8211; als Minister (u.a. für Bergbau) erlebt hatte. Goethe hatte literarisch unproduktive Zeiten, schrieb seine Farbenlehre. Heyse war immer Dichter.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Wildgänse rauschen durch die Nacht</title>
		<link>http://apaged.wordpress.com/2011/07/15/wildganse-rauschen-durch-die-nacht/</link>
		<comments>http://apaged.wordpress.com/2011/07/15/wildganse-rauschen-durch-die-nacht/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 05:32:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[1. Weltkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Flex]]></category>
		<category><![CDATA[Wandervogel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://apaged.wordpress.com/?p=240</guid>
		<description><![CDATA[Wildgänse rauschen durch die Nacht Mit schrillem Schrei nach Norden – Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht! Die Welt ist voller Morden. Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt, Graureisige Geschwader! Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt, Weit wallt und wogt der Hader. Rausch&#8217; zu, fahr&#8217; zu, du graues Heer! Rauscht zu, fahrt zu nach Norden! Fahrt ihr [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=240&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wildgänse rauschen durch die Nacht</p>
<p>Mit schrillem Schrei nach Norden –</p>
<p>Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht!</p>
<p>Die Welt ist voller Morden.</p>
<p>Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,</p>
<p>Graureisige Geschwader!</p>
<p>Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt,</p>
<p>Weit wallt und wogt der Hader.</p>
<p>Rausch&#8217; zu, fahr&#8217; zu, du graues Heer!</p>
<p>Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!</p>
<p>Fahrt ihr nach Süden übers Meer –</p>
<p>Was ist aus uns geworden!</p>
<p>Wir sind wie ihr ein graues Heer</p>
<p>Und fahr&#8217;n in Kaisers Namen,</p>
<p>Und fahr&#8217;n wir ohne Wiederkehr,</p>
<p>Rauscht uns im Herbst ein Amen!</p>
<p>Dies Gedicht von Walter Flex (1887) wurde im Ersten Weltkrieg im Vorfrühling 1915 in Frankreich geschrieben.</p>
<p>1917 schrieb Flex sein bekanntestes Werk &#8222;Wanderer zwischen beiden Welten&#8220; an der Ostfront. Am 16.10.1917 ist er auf einem Erkundungsritt auf der livländischen Insel Ösel gefallen.</p>
<p>Das Gedicht wurde 1917 in dem Gedichtband &#8222;Im Felde zwischen Nacht und Tag&#8220; veröffentlicht und fand im Wandervogel (besonders ab 1920) weite Verbreitung, weil der von Flex in seinem &#8222;Wanderer&#8220; beschriebene Ernst Wurche als Ideal eines &#8222;Feldwandervogels&#8220; (eines Wandervogels als Soldat) empfunden wurde. (vgl. dazu den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wildg%C3%A4nse_rauschen_durch_die_Nacht">Wikipedia-Artikel</a>)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apaged.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apaged.wordpress.com/240/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apaged.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apaged.wordpress.com/240/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apaged.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apaged.wordpress.com/240/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apaged.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apaged.wordpress.com/240/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apaged.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apaged.wordpress.com/240/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apaged.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apaged.wordpress.com/240/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apaged.wordpress.com/240/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apaged.wordpress.com/240/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=240&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Lass sie Dreadnoughts bauen und aber Dreadnoughts &#8211; Horaz Carmina V, 8 (Aus dem Nachlass des Horaz)</title>
		<link>http://apaged.wordpress.com/2011/03/30/lass-die-dreadnoughts-bauen-und-aber-dreadnoughts-horaz-carmina-v-8-aus-dem-nachlass-des-horaz/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 14:23:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Horaz]]></category>
		<category><![CDATA[Kernkraftwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Morgenstern]]></category>

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		<description><![CDATA[Laß sie Dreadnoughts bauen und aber Dreadnoughts und vom Luftschiffkreuzer das Heil erwarten! Unerträglich würden auf Erden sonst die Tage des Glückes. Alles lebt in dulci jubilo, nirgends haust die Pest, der Hunger, die Not, die Sorge. Singend gehn die Völker zu Bett, und singend gehn sie zum Frühstück. Müssen Patrioten da nicht zu Werken [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=233&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laß sie Dreadnoughts bauen und aber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dreadnought">Dreadnoughts<br />
</a>und vom Luftschiffkreuzer das Heil erwarten!<br />
Unerträglich würden auf Erden sonst die<br />
Tage des Glückes.</p>
<p>Alles lebt in dulci jubilo, nirgends<br />
haust die Pest, der Hunger, die Not, die Sorge.<br />
Singend gehn die Völker zu Bett, und singend<br />
gehn sie zum Frühstück.</p>
<p>Müssen Patrioten da nicht zu Werken<br />
kriegerische Gewalt zusammentreten<br />
und dem kannibalischen Wohl der Völker<br />
Schropfköpfe setzen?</p>
<p>Laß sie Dreadnoughts bauen und aber Dreadnoughts<br />
und vom Luftschiffkreuzer das Heil erwarten!<br />
Unerträglich würden auf Erden sonst die<br />
Tage des Glückes.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Fr%C3%B6be">Gert Fröbe</a> hat für seine <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ANUgVlkDBvc">Rezitation</a> dieses Gedichts von Christian Morgenstern eine noch weiter modernisierte Fassung geschrieben: &#8222;Laß sie Bomber bauen und Überbomber &#8230;&#8220;<br />
Heute könnte das Gedicht &#8211; auf Libyen bezogen &#8211; beginnen: &#8222;Lass Raketen sie bauen, Marschflugkörper und Drohnen &#8230;&#8220;, auf Fukushima bezogen &#8222;Lass Kernkraftwerke sie bauen und schnelle Brüter &#8230;&#8220;<br />
Mehr zur Interpretation dieses Gedichtes liefert die aktuelle Tagespresse.<br />
So aktuell kann ein von Morgenstern in die Neuzeit eingeführter Horaz sein. (vgl. auch: <a href="http://apaged.wordpress.com/2008/10/04/integer-vitae/">Integer vitae</a>)</p>
<p>Ist es nicht überflüssig zu sagen, dass schon Morgenstern durchaus nicht glaubte, dass seine folgenden Zeilen Realität beschrieben:</p>
<p><em>nirgends</em><br />
<em>haust die Pest, der Hunger, die Not, die Sorge.</em><br />
<em>Singend gehn die Völker zu Bett, und singend</em><br />
<em>gehn sie zum Frühstück.</em></p>
<p>(nachkorrigiert nach einer Ausgabe von 1911, Piper Verlag, 3. vermehrte Auflage)</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Lzg2c34MrcA">Gert Fröbe als Morgensterns Hausschnecke im Gespräch mit sich selbst</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apaged.wordpress.com/233/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apaged.wordpress.com/233/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apaged.wordpress.com/233/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apaged.wordpress.com/233/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apaged.wordpress.com/233/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apaged.wordpress.com/233/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apaged.wordpress.com/233/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apaged.wordpress.com/233/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apaged.wordpress.com/233/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apaged.wordpress.com/233/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apaged.wordpress.com/233/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apaged.wordpress.com/233/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apaged.wordpress.com/233/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apaged.wordpress.com/233/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=233&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Das Trauerspiel von Afghanistan</title>
		<link>http://apaged.wordpress.com/2010/11/22/das-trauerspiel-von-afghanistan/</link>
		<comments>http://apaged.wordpress.com/2010/11/22/das-trauerspiel-von-afghanistan/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 14:25:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Fontane]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Schnee leis&#8217; stäubend vom Himmel fällt, Ein Reiter vor Dschellalabad hält, &#8222;Wer da!&#8220; &#8211; &#8222;Ein britischer Reitersmann, Bringe Botschaft aus Afghanistan.&#8220; Afghanistan! Er sprach es so matt; Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt, Sir Robert Sale, der Kommandant, Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand. Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn, Sie setzen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=229&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schnee leis&#8217; stäubend vom Himmel fällt,<br />
Ein Reiter vor Dschellalabad hält,<br />
&#8222;Wer da!&#8220; &#8211; &#8222;Ein britischer Reitersmann,<br />
Bringe Botschaft aus Afghanistan.&#8220;</p>
<p>Afghanistan! Er sprach es so matt;<br />
Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,<br />
Sir Robert Sale, der Kommandant,<br />
Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.</p>
<p>Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn,<br />
Sie setzen ihn nieder an den Kamin,<br />
Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,<br />
Er atmet hoch auf und dankt und spricht:</p>
<p>&#8222;Wir waren dreizehntausend Mann,<br />
Von Kabul unser Zug begann,<br />
Soldaten, Führer, Weib und Kind,<br />
Erstarrt, erschlagen, verraten sind.</p>
<p>Zersprengt ist unser ganzes Heer,<br />
Was lebt, irrt draußen in Nacht umher,<br />
Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,<br />
Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt.&#8220;</p>
<p>Sir Robert stieg auf den Festungswall,<br />
Offiziere, Soldaten folgten ihm all&#8217;,<br />
Sir Robert sprach: &#8222;Der Schnee fällt dicht,<br />
Die uns suchen, sie können uns finden nicht.</p>
<p>Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,<br />
So laßt sie&#8217;s hören, daß wir da,<br />
Stimmt an ein Lied von Heimat und Haus,<br />
Trompeter blast in die Nacht hinaus!&#8220;</p>
<p>Da huben sie an und sie wurden&#8217;s nicht müd&#8217;,<br />
Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied,<br />
Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,<br />
Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.</p>
<p>Sie bliesen die Nacht und über den Tag,<br />
Laut, wie nur die Liebe rufen mag,<br />
Sie bliesen &#8211; es kam die zweite Nacht,<br />
Umsonst, daß ihr ruft, umsonst, daß ihr wacht.</p>
<p>&#8222;Die hören sollen, sie hören nicht mehr,<br />
Vernichtet ist das ganze Heer,<br />
Mit dreizehntausend der Zug begann,<br />
Einer kam heim aus Afghanistan.&#8220;</p>
<p><a name="firstHeading"></a>Die Katastrophe der britischen Armee passierte 1841. In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dschellalabad">Dschellalabad</a> (heute: <span style="font-size:small;">Dschalalabad</span>) gelang es der britischen Garnison, sich gegen eine Übermacht bis 1842 zu verteidigen.</p>
<p>Theodor Fontane schrieb sein Gedicht 1859.</p>
<p>Nach insgesamt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anglo-Afghanische_Kriege">drei britisch-afghanischen Kriegen</a> wurde die afghanische Unabhängigkeit 1919 anerkannt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apaged.wordpress.com/229/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apaged.wordpress.com/229/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apaged.wordpress.com/229/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apaged.wordpress.com/229/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apaged.wordpress.com/229/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apaged.wordpress.com/229/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apaged.wordpress.com/229/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apaged.wordpress.com/229/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apaged.wordpress.com/229/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apaged.wordpress.com/229/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apaged.wordpress.com/229/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apaged.wordpress.com/229/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apaged.wordpress.com/229/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apaged.wordpress.com/229/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=229&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Gottfried Keller zu Hitler und NPD</title>
		<link>http://apaged.wordpress.com/2010/11/11/gottfried-keller-zu-hitler-und-npd/</link>
		<comments>http://apaged.wordpress.com/2010/11/11/gottfried-keller-zu-hitler-und-npd/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Nov 2010 11:30:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Demagogie]]></category>
		<category><![CDATA[Die weiße Rose]]></category>
		<category><![CDATA[Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie Inge Scholl berichtet, wurde im Kreis der Weißen Rose ein rund 100 Jahre altes Gedicht als eine so treffende Analyse der Hitlerschen Gewaltherrschaft verstanden, dass die Widerständler schon daran dachten, es mit dem Flugzeug als Flugblatt über ganz Deutschland zu verteilen. Was war das für ein Gedicht? Die öffentlichen Verleumder Ein Ungeziefer ruht In [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=219&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie <a href="http://www.geschichtsforum.de/106143-post92.html">Inge Scholl berichtet</a>, wurde im Kreis der Weißen Rose ein rund 100 Jahre altes Gedicht als eine so treffende Analyse der Hitlerschen Gewaltherrschaft verstanden, dass die Widerständler schon daran dachten, es mit dem Flugzeug als Flugblatt über ganz Deutschland zu verteilen.</p>
<p>Was war das für ein Gedicht?</p>
<p><strong>Die öffentlichen Verleumder</strong></p>
<p>Ein Ungeziefer ruht<br />
In Staub und trocknem Schlamme<br />
Verborgen, wie die Flamme<br />
In leichter Asche thut.<br />
Ein Regen, Windeshauch<br />
Erweckt das schlimme Leben,<br />
Und aus dem Nichts erheben<br />
Sich Seuchen, Glut und Rauch.</p>
<p>Aus dunkler Höhle fährt<br />
Ein Schächer, um zu schweifen;<br />
Nach Beuteln möcht’ er greifen<br />
Und findet bessern Wert:<br />
Er findet einen Streit<br />
Um nichts, ein irres Wissen,<br />
Ein Banner, das zerrissen,<br />
Ein Volk in Blödigkeit.</p>
<p>Er findet, wo er geht,<br />
Die Leere dürft’ger Zeiten,<br />
Da kann er schamlos schreiten,<br />
Nun wird er ein Prophet;<br />
Auf einen Kehricht stellt<br />
Er seine Schelmenfüße<br />
Und zischelt seine Grüße<br />
In die verblüffte Welt.</p>
<p>Gehüllt in Niedertracht<br />
Gleichwie in einer Wolke,<br />
Ein Lügner vor dem Volke,<br />
Ragt bald er groß an Macht<br />
Mit seiner Helfer Zahl,<br />
Die hoch und niedrig stehend,<br />
Gelegenheit erspähend,<br />
Sich bieten seiner Wahl.</p>
<p>Sie teilen aus sein Wort,<br />
Wie einst die Gottesboten<br />
Gethan mit den fünf Broten,<br />
Das klecket fort und fort!<br />
Erst log allein der Hund,<br />
Nun lügen ihrer tausend;<br />
Und wie ein Sturm erbrausend,<br />
So wuchert jetzt sein Pfund.</p>
<p>Hoch schießt empor die Saat,<br />
Verwandelt sind die Lande,<br />
Die Menge lebt in Schande<br />
Und lacht der Schofelthat!<br />
Jetzt hat sich auch erwahrt,<br />
Was erstlich war erfunden:<br />
Die Guten sind verschwunden,<br />
Die Schlechten stehn geschart!</p>
<p>Wenn einstmals diese Not<br />
Lang wie ein Eis gebrochen,<br />
Dann wird davon gesprochen,<br />
Wie von dem schwarzen Tod;<br />
Und einen Strohmann bau’n<br />
Die Kinder auf der Haide,<br />
Zu brennen Lust aus Leide<br />
Und Licht aus altem Grau’n.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Keller">Gottfried Keller</a> (1819-1890)</p>
<p>Das Gedicht ist in der Tat prophetisch, auch wenn manche Einzelaussagen nicht ganz wörtlich zutreffen<br />
Es findet sich die Situation nach dem Versailler Vertrag, wo die Strafe für den Angriffskrieg des Kaiserreiches der Republik aufgebürdet wird (“ein Banner, das zerrissen”, “die Leere dürft’ger Zeiten”), es finden sich Goebbels und Himmler, die furchtbaren Juristen, die sich dem Rechtsstaat verweigerten, dann aber zu Helfern des Unrechtsregimes wurden (“Mit seiner Helfer Zahl &#8230;”). Auf den Volksempfänger wird vorausgedeutet (“zischelt seine Grüße”) und auf die Nachkriegszeit, wo niemand etwas gewusst hatte und alle unschuldig waren (“so wird davon gesprochen, wie von dem  schwarzen Tod” &#8211; eine schreckliche Katastrophe, die über das Land kam, unerklärlich und unaufhaltsam, glücklich, wer überlebte”).</p>
<p>Freilich trifft nicht alles genau: “Er findet einen Streit um nichts”. So ganz unwichtig waren die Bestimmungen des Versailler Vertrages nicht. Verglichen mit dem, was auf Deutschland zukommen sollte, waren diese Regelungen freilich noch harmlos, zumal sie im Laufe der Zeit weitgehend zurückgenommen wurden.</p>
<p>Aber andere Passagen sprechen für sich:<br />
“Gehüllt in Niedertracht [...]  Ein Lügner vor dem Volke, Ragt bald er groß an Macht”.<br />
“Sie teilen aus sein Wort, Wie einst die Gottesboten Getan mit den fünf Broten, Das klecket fort und fort!”<br />
“Erst log allein der Hund, Nun lügen ihrer tausend; [...] Hoch schießt empor die Saat, Verwandelt sind die Lande,”</p>
<p>Schließlich:<br />
“Die Guten sind verschwunden, Die Schlechten stehn geschart!”<br />
Verschwunden in die Emigration ode ermordet. Freilich nicht alle Guten, aber wo waren die anderen noch öffentlich sichtbar?</p>
<p>Doch: &#8222;wo bleibt die NPD&#8220; höre ich fragen.</p>
<p>&#8222;Ein Ungeziefer ruht &#8230;&#8220;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apaged.wordpress.com/219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apaged.wordpress.com/219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apaged.wordpress.com/219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apaged.wordpress.com/219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apaged.wordpress.com/219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apaged.wordpress.com/219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apaged.wordpress.com/219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apaged.wordpress.com/219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apaged.wordpress.com/219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apaged.wordpress.com/219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apaged.wordpress.com/219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apaged.wordpress.com/219/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apaged.wordpress.com/219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apaged.wordpress.com/219/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=219&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Teilung der Erde</title>
		<link>http://apaged.wordpress.com/2010/09/23/die-teilung-der-erde/</link>
		<comments>http://apaged.wordpress.com/2010/09/23/die-teilung-der-erde/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 15:25:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>apanat</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Dichter]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Schiller]]></category>
		<category><![CDATA[Teilung der Erde]]></category>

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		<description><![CDATA[»Nehmt hin die Welt!« rief Zeus von seinen Höhen Den Menschen zu. »Nehmt, sie soll euer sein! Euch schenk ich sie zum Erb und ewgen Lehen, Doch teilt euch brüderlich darein.«   Da eilt, was Hände hat, sich einzurichten, Es regte sich geschäftig jung und alt. Der Ackermann griff nach des Feldes Früchten, Der Junker [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apaged.wordpress.com&amp;blog=4830284&amp;post=213&amp;subd=apaged&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»Nehmt hin die Welt!« rief Zeus von seinen Höhen<br />
Den Menschen zu. »Nehmt, sie soll euer sein!<br />
Euch schenk ich sie zum Erb und ewgen Lehen,<br />
Doch teilt euch brüderlich darein.«<br />
 <br />
Da eilt, was Hände hat, sich einzurichten,<br />
Es regte sich geschäftig jung und alt.<br />
Der Ackermann griff nach des Feldes Früchten,<br />
Der Junker birschte durch den Wald.<br />
 <br />
Der Kaufmann nimmt, was seine Speicher fassen,<br />
Der Abt wählt sich den edeln Firnewein,<br />
Der König sperrt die Brücken und die Straßen<br />
Und sprach: »Der Zehente ist mein.«<br />
 <br />
Ganz spät, nachdem die Teilung längst geschehen,<br />
Naht der Poet, er kam aus weiter Fern;<br />
Ach! da war überall nichts mehr zu sehen,<br />
Und alles hatte seinen Herrn!<br />
 <br />
»Weh mir! so soll ich denn allein von allen<br />
Vergessen sein, ich, dein getreuster Sohn?«<br />
So ließ er laut der Klage Ruf erschallen<br />
Und warf sich hin vor Jovis Thron.<br />
 <br />
»Wenn du im Land der Träume dich verweilet«,<br />
Versetzt der Gott, »so hadre nicht mit mir.<br />
Wo warst du denn, als man die Welt geteilet?«-<br />
»Ich war«, sprach der Poet, »bei dir.<br />
 <br />
Mein Auge hing an deinem Angesichte,<br />
An deines Himmels Harmonie mein Ohr -<br />
Verzeih dem Geiste, der, von deinem Lichte<br />
Berauscht, das Irdische verlor!«<br />
 <br />
»Was tun?« spricht Zeus. »Die Welt ist weggegeben,<br />
Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein.<br />
Willst du in meinem Himmel mit mir leben:<br />
So oft du kommst, er soll dir offen sein.«</p>
<p>Wenn man&#8217;s von Klaus Kinski gelesen haben will, <a href="http://www.amazon.de/Die-Teilung-der-Erde/dp/B002N9M22A?&amp;camp=2474&amp;linkCode=wpc&amp;tag=werweisswas-21&amp;creative=10810">kostet&#8217;s Geld</a>.</p>
<p>Die Deutung, der Dichter habe mit dem Himmel das bessre Teil bekommen, geht vermutlich ziemlich an Schillers Lebensgefühl vorbei. Zu hart musste er als Schwerkranker noch arbeiten, zu scharf musste er kalkulieren und auf Einnahmen von noch zu schreibenden Stücken setzen, als dass er sich mit seinem wirtschaftlichen Status  hätte zufrieden bescheiden können.</p>
<p>In einer zuvor anonym veröffentlichten Fassung des Gedichtes heißt es in der 3. Strophe noch viel schärfer:</p>
<p>Der Kaufmann füllte sein Gewölb, die Scheune<br />
Der Fermier, das Faß der Seelenhirt,<br />
Der König sagte: Jeglichem das Seine:<br />
Und mein ist &#8211; was geerntet wird!*</p>
<p><em>*zitiert nach Peter von Matt: Wörterleuchten, 2009, S.50</em></p>
<p>So scharf die Fürsten anzugreifen, entsprach ganz dem Geiste der Räuber, wer als &#8211; vom Staat nicht bezahlter &#8211; Professor arbeitete (als Privatdozent bekam Schiller nur die Hörergelder), hielt sich besser zurück.</p>
<p>Es ist ja wirklich so eine Sache mit dem Himmel. Hölderlin schrieb wenig später: &#8222;Einmal lebt&#8217; ich wie Götter, und mehr bedarfs nicht.&#8220;<br />
In seiner unglücklichen Liebe, in den beengten Verhältnissen, in denen er in Bad Homburg lebte und dann langsam in den Wahnsinn verfiel, wird er nicht wirklich noch so gedacht haben, wenn es denn je mehr als ein Bild für den seelischen Aufschwung war, den der schöpferische Mensch bei seiner Arbeit &#8211; kurzfristig &#8211; erleben kann.</p>
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