Fünfzig Jahre werden es ehstens sein,
Da trat ich in meinen ersten »Verein«.
Natürlich Dichter. Blutjunge Ware:
Studenten, Leutnants, Refrendare.
Rang gab’s nicht, den verlieh das »Gedicht«,
Und ich war ein kleines Kirchenlicht.

So stand es, als Anno 40 wir schrieben;
Aber ach, wo bist du Sonne geblieben?
Ich bin noch immer, was damals ich war,
Ein Lichtlein auf demselben Altar,
Aus den Leutnants aber und Studenten
Wurden Gen’räle und Chefpräsidenten.

Und mitunter, auf stillem Tiergartenpfade,
Bei »Kön’gin Luise« trifft man sich grade.
»Nun, lieber F., noch immer bei Wege?«
»Gott sei Dank, Exzellenz … Trotz Nackenschläge …«

»Kenn‘ ich, kenn‘ ich. Das Leben ist flau …
Grüßen Sie Ihre liebe Frau.«

Was sagt Theodor Fontane?

„Narürlich weiß ich, dass ihr mich nicht für voll nehmt, und ich habe auch viele Bücher geschrieben, in denen ich eure Verdienste gepriesen habe.
Die habt ihr auch wirklich.

Wenn ihr eine Ahnung von Literatur hättet, wüsstet ihr genau, dass ich kein kleines Kirchenlicht war, und jetzt bin ich es noch viel weniger.
Aber ich gönne euch ja euren Hochmut.
Ich werde euch doch nicht wie Storm, der Stoffel, sagen, was ich wirklich von euch halte.
Denn nur wenn ihr was von Sprache versteht, könnt ihr es herauslesen.
Aber selbst wenn ihr das könnt, könnt ihr mir nichts nachweisen.“

So lese ich das Gedicht. Aber auch ich kann ihm nichts nachweisen.
Und das gefällt mir an dem Gedicht.

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