Wildgänse rauschen durch die Nacht

Mit schrillem Schrei nach Norden –

Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht!

Die Welt ist voller Morden.

Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,

Graureisige Geschwader!

Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt,

Weit wallt und wogt der Hader.

Rausch‘ zu, fahr‘ zu, du graues Heer!

Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!

Fahrt ihr nach Süden übers Meer –

Was ist aus uns geworden!

Wir sind wie ihr ein graues Heer

Und fahr’n in Kaisers Namen,

Und fahr’n wir ohne Wiederkehr,

Rauscht uns im Herbst ein Amen!

Dies Gedicht von Walter Flex (1887) wurde im Ersten Weltkrieg im Vorfrühling 1915 in Frankreich geschrieben.

1917 schrieb Flex sein bekanntestes Werk „Wanderer zwischen beiden Welten“ an der Ostfront. Am 16.10.1917 ist er auf einem Erkundungsritt auf der livländischen Insel Ösel gefallen.

Das Gedicht wurde 1917 in dem Gedichtband „Im Felde zwischen Nacht und Tag“ veröffentlicht und fand im Wandervogel (besonders ab 1920) weite Verbreitung, weil der von Flex in seinem „Wanderer“ beschriebene Ernst Wurche als Ideal eines „Feldwandervogels“ (eines Wandervogels als Soldat) empfunden wurde. (vgl. dazu den Wikipedia-Artikel)

Advertisements