Frieden

Das blaue Meer verliebt sich in das Leben,

Und tausend Augen sind uns wohlgesinnt:

Ja, schon beginnt der Hauche Tausch, der Kräuselwind!

Und lauter Herzen fangen an zu beben.

 

Bald wird das Meer sich wohl zum Ufer heben.

Die kleinste Welle, die als Schaum zerrinnt,

Die Spitzenschleier um die Erde spinnt,

Mag sich dann irgendwo und ganz ergeben.

 

Ein blauer Schmetterling hat sich verloren.

Im Blauen draußen find ich ihn nicht mehr:

Hat ihn der Strand als sein Geschenk erkoren?

 

Mein Herz, Dir werde nicht auf einmal schwer!

Bestimmt hast Du bereits ein Lied geboren,

Nun sing Dich aus, am traumhaft blauen Meer.

(Theodor Däubler)

Ein Gedicht von expressionistischer Farbigkeit. Viel Blau, aber alles nur sichtbar durch den Spitzenschleier das Schaums, was alles auflöst in kleine Farbflecken. Ganz Oberfläche und dadurch nicht bedrohlich, sondern friedlich

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