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Bertolt Brecht: „empfehlung eines langen, weiten rocks.“

und wähl den bäuerlichen weiten rock
bei dem ich listig auf die länge dränge:
ihn aufzuheben in der ganzen länge
an schenkeln hoch und hintern, gibt den schock.
und wenn du hockst auf unserer ottomane
laß ihn verrutschen, daß in seinem schatten

durch den tabakrauch wichtiger debatten
dein fleisch mich an die gute nacht gemahne.

doch sind es nicht nur niedere gelüste
die mich nach solchem rocke schreien lassen:
du gehst drin schön, wie einst durch kolchis gassen
medea, als den korb sie meerwärts trug. –
doch wenn ich keine andern gründe wüßte:
wähl solchen rock! die niedern sind genug.

Hinweise zur Interpretation:

R. Singer FAZ 12.12.19

SONNET 73

That time of year thou may’st in me behold
When yellow leaves, or none, or few, do hang
Upon those boughs which shake against the cold,
Bare ruin’d choirs, where late the sweet birds sang.
In me thou see’st the twilight of such day,
As after sunset fadeth in the west,
Which by-and-by black night doth take away,
Death’s second self, that seals up all in rest.
In me thou see’st the glowing of such fire
That on the ashes of his youth doth lie,
As the death-bed whereon it must expire
Consum’d with that which it was nourish’d by.
This thou perceivest, which makes thy love more strong,
To love that well which thou must leave ere long.

Kongenial übersetzt von Michael Mertes. Ich gebe zu, dass ich die Übersetzung zuerst kennen und lieben lernte: Die herbstlichen Farben, die Ähnlichkeit der eigenen Lebenssituation mit dem Herbst von Ende Oktober / Anfang November, die menschliche Haltung.
Natürlich findet sich das im Barock tausendfach; aber so wenig artifiziell mit so großem Kunstverstand gesagt, berührt es mich sehr.

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