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Eichendorff: Graf Arnold und der Schiffer

(aus dem Spanischen)

Wem begegnet‘ je solch Wunder,

Als Graf Arnold ist geschehn,

Da er am Johannesmorgen

Wollt am Meere jagen gehn?

 

Auf dem Meer ein Schifflein fahren

Sah er, als ob’s landen wollt,

Seiden seine Segel waren

Und das Tauwerk war von Gold.

 

Fing der Schiffer da zu singen,

Wunderbar zu singen an,

Daß die Wogen leiser gingen,

Wind hielt seinen Atem an;

 

Daß die Fische lauschend stiegen

Tief aus ihrem kühlen Haus,

Und die Vögel, die da fliegen,

Auf dem Maste ruhten aus:

 

„Durch die Einsamkeit der Wogen,

Schifflein, lenk dich Gottes Hand

An Gibraltars Felsenbogen,

An dem tück’schen Mohrenstrand.

 

Flandern gürten sand’ge Banken,

Bei Leon da steht ein Riff,

Wo schon viele Schiffe sanken,

Hüt dich Gott, mein schönes Schiff!“

 

„Schiffer!“ rief der Graf am Strande,

„Schiffer, lehre mich dein Lied!“ –

Doch der Schiffer lenkt‘ vom Lande:

„Lehr’s nur den, der mit mir zieht.“

Das Gedicht überraschte mich unter Eichendorffs Gedichten. Unerwartet und doch mit „Schifflein“ und „Einsamkeit“ genügend Eichendorffsch, dass ich nicht zureichend stutzig wurde. „Aus dem Spanischen“ erklärt’s.

Mai 2017
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