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SONNET 73

That time of year thou may’st in me behold
When yellow leaves, or none, or few, do hang
Upon those boughs which shake against the cold,
Bare ruin’d choirs, where late the sweet birds sang.
In me thou see’st the twilight of such day,
As after sunset fadeth in the west,
Which by-and-by black night doth take away,
Death’s second self, that seals up all in rest.
In me thou see’st the glowing of such fire
That on the ashes of his youth doth lie,
As the death-bed whereon it must expire
Consum’d with that which it was nourish’d by.
This thou perceivest, which makes thy love more strong,
To love that well which thou must leave ere long.

Kongenial übersetzt von Michael Mertes. Ich gebe zu, dass ich die Übersetzung zuerst kennen und lieben lernte: Die herbstlichen Farben, die Ähnlichkeit der eigenen Lebenssituation mit dem Herbst von Ende Oktober / Anfang November, die menschliche Haltung.
Natürlich findet sich das im Barock tausendfach; aber so wenig artifiziell mit so großem Kunstverstand gesagt, berührt es mich sehr.

Gefallne Blüte
sie kehrt zurück zum Zweige:

als Schmetterling

(Arakida Moritake)

Oben sieht man die Blütenblätter noch fallen, unten erheben sie sich schon wieder.
Seliges Taumeln des Blütenblatts wie des Schmetterlings.
Ein typisch japanischer Tribut an die Vergänglichkeit. Nicht nur die Blüte, auch der Schmetterling ist sehr vergänglich.

Das Bild und die Poesie ginge völlig verloren, wollte man zynisch-realistisch schreiben:

Als Schmetterling
kehrt zum Zweig zurück
fette Raupe

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